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Farbdialog als erweiterte KommunikationsART

Kunst ist ein Weg sich auszudrücken und sich besser kennen zu lernen. Die Farbdialogtherapeutin Margrit Galonska nutzt das Malen, damit Menschen sich näher kommen. fachfrau.eu sprach mit ihr über ihre Methode, ihre schönsten Erlebnisse und ihre Wünsche und Ziele.

fachfrau.eu: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Malen als therapeutisches Mittel einzusetzen?

Margrit Galonska: Da ich stets davon überzeugt war, nicht Malen zu können, verwunderte es mich umso mehr, als ich bedingt durch eine persönliche Lebenskrise, Kunsttherapie kennenlernen durfte. 

Ich war begeistert, dass auch ich als „Nichtkünstlerin“ mich mit diesem Medium ausdrücken konnte und es mir immer besser ging. Beim Malen zeigten sich meine eigenen Muster direkt auf dem Blatt und viel Unbewusstes durfte sich Raum nehmen und bewusst werden. Ich konnte wieder klar sehen, meine Ziele formulieren und umsetzen - „Farbe in mein Leben bringen“. Außerdem gefielen mir zu meiner eigenen Überraschung meine Bilder.

Nachdem ich die Wirkung von Farbe als kreative Ausdrucksmöglichkeit selbst so eindringlich erlebt hatte, entstand in mir der Wunsch, mit einer kunsttherapeutischen Methode Menschen begleiten und unterstützen zu wollen, meine Erfahrungen und meine Begeisterung weiterzugeben.

Foto von Margrit Galonska Daher entschloss ich mich, eine Ausbildung als heilkundliche Psychotherapeutin (nach dem Heilpraktikergesetz) zu machen, die ich im März 2006 mit einer Prüfung vor dem Gesundheitsamt in München erfolgreich abschloss. Im Anschluss daran absolvierte ich eine zweijährige Ausbildung zur Farbdialogtherapeutin, nach Bruno Huber.

Das Besondere am Farbdialog ist, dass ein Gespräch mit Farben geführt wird. Statt gegenständlich zu malen, werden die Farben flächig aufgetragen. Farben, Formen und Symbole schaffen eine sehr wertvolle Möglichkeit miteinander in Kontakt zu treten.

Die üblichen Abwehrmechanismen, die hauptsächlich über die Sprache ausgedrückt werden,greifen bei dieser Methode nicht, weil man vomDenken ins Tun kommt.

fachfrau.eu: Was war Ihr schönstes Erlebnis mit der Farbdialogtherapie?

Margrit Galonska: Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil ich das Glück habe, dass die Ergebnisse meiner Arbeit oftmals sofort sichtbar werden und es mich immer freut, wenn ich miterleben darf, dass heilsame Prozesse angestoßen werden und persönliche Entwicklung stattfindet.

Als Beispiel möchte ich einen Herrn, mittleren Alters in gehobener Position anführen. Er war Farbdialog gegenüber sehr skeptisch, da er aber ein Seminar gebucht hatte, bei dem Farbdialog ein Teil davon war, machte er – anfangs fast teilnahmslos - mit. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass „durch das Malen sich irgendetwas verändern, geschweige denn verbessern sollte“. Die Gruppe bestand aus acht Personen. Nach etwa einer Stunde war das Gemeinschaftswerk fertig. Im Anschluss daran findet immer eine Befindlichkeitsrunde statt. Und zur großen Überraschung aller wirkte dieser Herr nun völlig verändert, offen und irgendwie befreit. Er hatte vieles von dem, was ihm schon so lange auf der Seele lag und viel Lebensenergie benötigte, einfach – unbewusst – ausgedrückt. Von der Gruppe erhielt er den Raum und die Zeit, die er benötigte als er von schlimmen Kindheitserlebnissen erzählte, die er  ganz tief vergraben hatte. All die unterdrückten Gefühle hatten nun ein Ventil gefunden und der Farbdialog einen neuen Fan …, denn dieser Herr wollte künftig nicht mehr auf diese geniale Methode verzichten.

fachfrau.eu: Brauchen Teilnehmer und Teilnehmerinnen dafür besondere Begabungen oder Vorkenntnisse?

Margrit Galonska: Um mit Farbdialog malen zu können, benötigt man keine künstlerischen Vorkenntnisse. Das Schöne ist, dass viele TeilnehmerInnen durch das wertfreie Malen wieder den Zugang zu ihrer natürlichen Kreativität entdeckt haben.Dadurch haben sie eine weitere Möglichkeit sich auszudrücken und sich im Laufe der Zeit immer mehr zutrauen, im künstlerischen Bereich wie auch im Alltag.

fachfrau.eu: Für welche Bereiche setzen Sie bisher die Farbdialogtherapie ein?

Margrit Galonska: Ich arbeite mit Farbdialog als erweiterte KommunikationsART überwiegend mit Gruppen. Die Förderung der Sozialkompetenz und die Stärkung der Persönlichkeit stehen dabei im Vordergrund. Das neutrale Blatt bietet ein optimales Terrain zum Üben von Themen wie z. B. „sich einlassen – sich abgrenzen;  Raum einnehmen -  Raum geben; für sich einstehen - auf andere Rücksicht nehmen.  Wenn jemand übermalt wird, kann das sehr heftige Reaktionen auslösen und dann wird demjenigen bewusst, dass er/sie auch im Alltag Mühe hat, die eigenen Grenzen zu setzen.

Beim Malen mit Farbdialog wird auch oft sichtbar, dass das äußere Erscheinen eines Menschen nicht mit seinem inneren Empfinden übereinstimmt. Wenn hier die Unterstützung der Gruppe erfahren wird (was zu 99 % der Fall ist), können tiefliegende Probleme an der Wurzel gepackt und gelöst werden. Damit werden Blockaden gelöst. Unbewusstes Verhalten wird bewusst gemacht. So können wesentliche Entwicklungsschritte angestoßen und im Laufe der Zeit umgesetzt werden. Besonders in einer Serie von Bildern kann die Entwicklung verfolgt werden, die jeder Einzelne und die Gruppe durchläuft.

Weiter arbeite ich mit Klienten in Einzelarbeit, wobei der Farbdialog ein spezielles Verfahren ist, bei dem Klient und Therapeut zusammen malen. Dadurch werden dem Klienten viele Berührungsängste genommen, denn er braucht nicht alleine etwas zu tun, was anschließend vom Therapeuten „begutachtet“ wird, sondern der Therapeut schafft zusammen mit ihm etwas im Dialog.

Viel Freude bereitet mir auch die Arbeit mit Kindern.

Weiter bin ich als Dozentin tätig und letztes Jahr habe ich eine Farbdialogtherapie-Ausbildung in der Nähe von Bern geleitet.

fachfrau.eu: Welche Ziele haben Sie für die nächsten Jahre?

Margrit Galonska: Seit meiner Ausbildung ist es mein großer Wunsch, den Farbdialog bekannt(er) zu machen, da ich von der Wirksamkeit dieser kreativen und wertfreien Methode absolut überzeugt bin und ich damit so viele Menschen wie nur möglich unterstützen möchte, ihre Persönlichkeit zu stärken und mehr Lebensfreude zu haben. Ich hoffe sehr, dass mir das gelingt.

Ein weiteres Ziel ist, den Farbdialog in Unternehmen

  • zur Mitarbeitermotivation,Farbdialog Bild
  • zur Teambildung z. B. für ein Projekt, besonders wenn alle unter großem Druck stehen
  • oder präventiv zur Mitarbeiterpflege,
  • bei einem Mitarbeiterwechsel,
  • zur Teamharmonisierung,
  • zum Kennenlernen eines neuen Teams,
  • wenn in ein eingespieltes Team ein neuer Mitarbeiter hinzukommt,

einzusetzen, gerade weil Teamwork immer wichtiger wird und durch das gemeinsame Gestalten unbewusste Blockaden und Widerstände gelöst werden können.
 

Mehr über Margrit Galonska und ihre Angebote erfahren Sie in ihrem fachfrau.eu-Profil und natürlich auch auf der Website ihrer Praxis für Psychotherapie.